Menschen haben selbstauferlegte Normen. Diese Normen entstammen aus der Kindheit, der weiteren prägenden Sozialisation und etlichen Erfahrungen in unserer Biografie. Viele davon hindern uns am Selbstwerden und wollen uns in eine genormte Box einsperren. Besonders dann, wenn wir uns einmal anders verhalten als andere es erwarten, versuchen sie, uns wieder in die berechenbare Box zurückzudrängen, damit wir immer schön so weiterfunktionieren und nicht bedrohlich werden. Besonders in Konfliktsituationen wird das interessant: Sobald wir bedrohlich werden (z.B. lauter und aggressiver) reagiert der Konfliktpartner entsprechend (Gegenangriff, Erhöhung der Lautstärke und Intensität), um uns wieder in die Norm zurückzupressen.
Wir dürfen nicht Wir selbst sein
Bei vielen entsteht für mich dann der Eindruck, sie dürften so nicht sein, wie sie sind. Natürlich ist in Konflikten etliches auch nicht anzuwenden und akzeptabel, aber ansonsten begegnen mir in der Arbeitswelt und im Privatleben zuviele Geschichten und Episoden, die einander keinen Raum zum Selbstwerden zulassen. Das Schlimme: Die Leute merken es oft nicht einmal, dass sie gerade einen anderen Menschen am Wachstum behindern. Oft sind es aber auch interne Ansprüche, Erwartungshaltungen und Selbsteinredungen, die Menschen einengen. Da strecken wir nur kurz den Kopf über die genormte Grenze, schon reagiert unser Umfeld und drängt uns schön brav in das gewohnte Feld zurück.
Der Weg zur Selbstfindung
Ich behaupte: Wir sollten unsere „So-hat-etwas-zu-sein“-Ansprüche zu relativieren und die „So-kann-man-die-Welt-auch-sehen“-Haltung an den Tag zu legen. Wer ständig andere begrenzt oder sich selbst, soll sich auf den Weg machen, das Risiko aufzunehmen und endlich Selbst zu werden. Ein Individuum braucht Platz, ein selbstgemachtes Gefängnis ist kein gutes Zuhause. Wer Selbst werden möchte und kein Abklatsch selbstgemachter oder fremdgesteuerter Ansprüche und Erwartungen, muss die Komfortzone verlassen und neue Wege gehen. Es lohnt sich, aber dafür brauchen wir oft Support von außen. Dieser Artikel ist ein Plädoyer für Coaching. Alleine schaffen wir es (oft) nicht – auch wenn das wieder ein selbstgemachtes Ideal wäre, es selbst zu schaffen. Stolz steht im Weg, Offenheit räumt den Weg frei. Angst lähmt, Mut öffnet Türen. Ich wünsche viel Erfolg beim Selbstwerden.
Tobias Illig
www.positives-management.com

